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3 – Arten und Ursachen von Hörminderung2019-02-28T23:10:17+02:00

Formen und Ursachen der Hörbeeinträchtigung

Die Interpretation von Tonaudiogrammen hinsichtlich des Sitzes einer Störung beruht auf der Knochenleitungsmessung und der Differenz zwischen Luftleitungs- und Knochenleitungshörschwelle.

Im Normalfall sind die Hörkurven für die Luft- und Knochenleitung ähnlich.

Je nach Entstehungsort der Hörminderung werden die Arten Schallleitungs-, Schallempfindungs- und die kombinierte Schwerhörigkeit unterschieden.

Schalleitungs-Schwerhörigkeit

Die Testergebnisse der Knochen- und der Luftleitung liegen weit auseinander und zeigen eine Behinderung der Schallweiterleitung im äußeren Gehörgang oder Mittelohr. Der Schall, der über die Knochenleitung gegeben wird, trifft deutlich früher am Innenohr ein. Das Mittelohr zeigt eine eingeschränkte Funktion, Innenohrs ist gesund. Dies kann z. Bsp. durch ein Loch im Trommelfell oder einen verlegten Gehörgang passieren.

 

 

Schallempfindungs-Schwerhörigkeit

Die Kurven der Knochen- und der Luftleitung verlaufen ähnlich oder sind ident. Das Innenohr zeigt eine eingeschränkte Funktion. Der Weg über die Knochenleitung ist nicht beeinträchtigt. Ursache hierfür kann eine Hirnhautentzündung (Meningitis), erblich oder durch Verschleiß bedingte Hörschwäche sein.

 

Kombinierte Schwerhörigkeit

Das Messergebnis zeigt eine Knochenleitungskurve, die gegenüber der Nulllinie abgesenkt ist, und die Luftleitungskurve liegt deutlich unter dieser Knochenleitung. Das Innenohr ist dementsprechend nicht hörgesund und es findet sich eine zusätzliche Einschränkung des Hörvermögens im äußeren Gehörgang bzw. im Mittelohr. Dies kann bei Schädelverletzungen oder unbehandelten Mittelohrproblemen entstehen.

Grad der Hörminderung

Die folgende Graphik zeigt die Einteilung der Hörbeeinträchtigung nach ihrer Ausprägung. In der Regel bestimmt der Luftleitungswert den Grad des Hörverlustes.

 

 

 

Überhören

Besitzt ein Patient ein sehr unsymmetrisches Hörvermögen, kann es passieren, dass das hörgesündere Ohr Töne wahrnimmt, die am schlechteren Ohr angeboten wurden. Um dies zu vermeiden, wird die Hörschwelle des guten Ohres künstlich mit einem Geräusch verschlechtert, es wird vertäubt.