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1 – Weshalb das Hören wichtig ist2020-04-03T10:22:48+02:00

Weshalb unsere Ohren so wichtig sind

Unser leistungsfähigstes Sinnesorgan

  • 10 mal so schnell wie das Auge

Während das Auge nur Blitze im Abstand von etwa 40 bis 50 Millisekunden (ms) voneinander trennen kann, kann das Gehör Knackgeräusche im Abstand von 2 bis 3 ms unterscheiden.

  • 10 mal so großer Frequenzbereich

Eine Oktave ist die Verdopplung einer Frequenz. Wenn man die niedrigste Lichtfrequenz, die das Auge sieht, einmal verdoppelt, erreicht man die höchste Lichtfrequenz, die das Auge verarbeiten kann.  Die niedrigste Frequenz, die das Ohr hört, muss man jedoch 10 mal verdoppeln, um zur höchsten Frequenz, die das Ohr wahrnimmt, zu gelangen. Das Auge sieht also eine Oktave, während das Ohr 10 Oktaven hört.

  • 10 mal so großer Dynamikbereich

Könnten wir gleich gut sehen wie hören, so könnten wir in die gleißende Sonne schauen und würden bei Finsternis sehen.

Erstes Sinnesorgan

Das Gehör ist unser erstes, voll ausgeprägtes Sinnesorgan. Ein Baby hört bereits ab der 25. Schwangerschaftswoche. Durch die Knochenleitung wirken die Beckenknochen der Mutter für den Embryo wie zwei HIFI Lautsprecher, die vor allen anderen Geräuschen die Stimme und den Herzschlag der Mutter an die Ohren des Babys weiterleiten. Alle anderen Geräusche, die von außen zu ihm dringen, sind zwar gedämpft, aber trotzdem deutlich hörbar. 

Letztes Sinnesorgan

Zahlreiche NotfallmedizinerInnen haben die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die aus dem Koma erwacht sind, berichten, dass sie alles hören konnten – auch in einer Zeit, in der alle körperlichen Reaktionen ausgesetzt hatten.

Unser wichtigstes Sinnesorgan

Das Gehör ist wahrscheinlich unser wichtigstes und leistungsfähigstes Sinnesorgan.
Es erfüllt zahlreiche lebenswichtige Funktionen auf hoch komplexe Weise, in unglaublicher Geschwindigkeit und mit faszinierender Präzision.

  • Erkennen von Geräuschen

Zahlreiche Geräusche sind genetisch abgespeichert, wie das Zischen einer Schlange oder das Grollen des Donners. Andere müssen erlernt werden, wie die Stimme der Mutter oder der Klang eines Instruments. Da sich Klänge und Geräusche aus zahlreichen übereinanderliegenden Schwingungen zusammensetzen, ist diese Aufgabe extrem komplex. Beim Erkennen vieler Instrumente spielt beispielsweise die Einschwingphase von wenigen Zehntelsekunden eine entscheidende Rolle.

  • Orten von Geräuschen

Woher kommt das Hufgetrampel eines Pferdes oder das Motorengeräusch eines Autos? Nähert oder entfernt es sich? Diese Information ist für den Menschen lebenswichtig und wird durch hoch komplexe Prozesse in unglaublicher Präzision erfüllt.

Bei der Ortung setzt das Gehör zwei Verfahren ein:
– ob Schall von links oder rechts kommt erkennt das Gehör durch den Lautstärkenunterschied des Schalls an den Ohren bzw. durch den Zeitunterschied zwischen dem Auftreffen des Schalls auf die beiden Ohren. Ein geübtes Ohr kann einen Zeitunterschied von 10 Millionstel Sekunden erkennen und Schall auf 1 Grad genau orten. 

– ob Schall von vorne, hinten, oben oder unten kommt kann nur über abgespeicherte Reflexionsmuster der Ohrmuschel erkannt werden. Mit fremden Ohrmuscheln müsste man wieder neu hören lernen um diese „Medianebene“ zu erkennen.

  • Warnung vor Gefahr

Das Gehör warnt uns ein Leben lang ununterbrochen vor Gefahren. Durch das blitzschnelle Erkennen der Geräusche und die gleichzeitige Ortung werden Reaktionen ausgelöst: beim Zischen einer Schlange ein Fluchtreflex, durch beruhigende Musik Entspannung.

  • Sprache und soziale Integration

Das Hören von Sprache als Basis für die Sprachentwicklung gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Gehörs. Gleichgültig ob wir in der Schule lernen, in der Arbeit eine Tätigkeit verrichten, in der Freizeit Sport betreiben, Feste feiern oder Musik hören: durch alle diese Aktivitäten integrieren wir uns in unsere soziale Umgebung. Ohne unser Gehör sind wir massiv eingeschränkt. Wer schlecht hört läuft Gefahr isoliert zu sein. Besonders für ältere Menschen bedeutet das oft raschen geistigen und körperlichen Verfall bis hin zur Demenz.

Diese Abbildung zeigt die Anordnung von Sprachlauten sowie von Alltagsgeräuschen hinsichtlich ihrer Lautstärke und ihrer Frequenz. Das Summen einer Kühltruhe ist demnach ein sehr leises und tiefes Geräusch. Das Donnern eines Düsenflugzeuges hingegen ist sehr laut und höherfrequent.

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